Reisebericht – Eine Rhein-Fahrt nach Amsterdam

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Eine Rhein-Fahrt nach Amsterdam

Ende März 2014 startete meine erste Schiffsreise mit der Arosa Aqua von Köln nach Amsterdam und über Utrecht zurück nach Köln. Ich machte die Tour gemeinsam mit einer Freundin, weil ich meinen Mann bisher leider noch nicht zu einer Schiffsreise überreden konnte. Wie er sagte, störte ihn die „strenge Etikette und die Kleiderordnung“ auf einem Kreuzfahrtschiff und er fände Kreuzfahrten sowieso langweilig. Deshalb schifften wir „Mädels“ (beide Mitte 50) uns eben alleine ein und begannen vorsichtshalber mit einer Flusskreuzfahrt. Nach einer sehr angenehmen und entspannten Busfahrt von Leipzig nach Köln kamen wir am frühen Nachmittag am Pier gegenüber des Kölner Domes an. Schon die Einschiffung war toll. Jeder Passagier wurde von der Besatzung mit einer Rose begrüßt, wir erhielten Info-Material, die Key-Card für die Kabine und die Bordkarte. Unser Gepäck wurde aus dem Bus direkt in die Kabine gebracht. Die Arosa Aqua ist ein Kreuzfahrtschiff mit 100 Kabinen, die sich auf drei Decks verteilen.

Unsere Kabine befand sich ganz unten im Schiffsbauch und hatte deshalb keine zu öffnenden Fenster und keinen Balkon sondern nur zwei Bullaugen, dicht über der Wasserfläche. Trotzdem war sie sehr geräumig, luftig und auch sehr nett eingerichtet. Es war alles vorhanden, was man brauchen konnte. Schon bei der Begrüßung hatten wir eine Einladung zum Kapitänsempfang in der Lounge erhalten, aber vorher trafen sich die meisten Passagiere auf dem Sonnendeck zum Ablegemanöver und dem ersten Glas Altbier der Reise. Wir waren ja schließlich in Köln. Vorbei am Dom, den Hafenanlagen und mächtigen Brücken erlebten wir die ersten Kilometer auf dem Rhein. Beim anschließenden Empfang gab es für alle ein Glas Sekt und der sehr nette niederländische Kapitän stellte uns die wichtigsten Leute der Crew vor und beantwortete alle Fragen zur Reise und zum Schiff. Dann erkundeten wir die Rezeption, den Schiffs-Shop, die beiden Restaurants, die Bar,den Fitness-Raum, den Spa-Bereich, die Raucherzone und die kleine Bibliothek – es ist erstaunlich, was auf so einem Schiff alles Platz findet. Und dazwischen gab es immer mal wieder einen Blick auf die vorbeiziehenden Ufer und die uns begegnenden Schiffe.

Das Abendessen in Buffet-Form war sehr gut und abwechslungsreich, die beiden Restaurants mit freier Platzwahl nett eingerichtet und das Personal sehr zuvorkommend und freundlich. Der erste Reisetag klang in der gemütlichen Lounge mit einem DJ, vielen Seemannsliedern und Schlager-Oldies ganz harmonisch aus. Nach einer angenehmen Nacht, von den Wellen in den Schlaf gewiegt, standen wir schon in der Morgendämmerung warm eingepackt auf dem Oberdeck. Denn jetzt näherte das Schiff sich Amsterdam. Wir fuhren mittlerweile auf den Amsterdam-Rhein-Kanal und hatten schon mehrere Schleusungen erlebt. Am Anlegeplatz der Kreuzfahrtschiffe im Amsterdamer Hafen herrschte riesiges Gedränge. Vor uns sahen wir zwei Kreuzfahrtriesen, deren Deckaufbauten sogar die umliegenden großen Hotels überragten. Aber auch verschiedene kleinere Fluss-Kreuzfahrtschiffe lagen am Pier. Wir mussten beim Aussteigen quer über zwei andere hinweg steigen.

Nach dem Frühstück begann die fakultative halbtägige Stadtrundfahrt durch Amsterdam. Ein einheimischer Fremdenführer lotste unseren Busfahrer, den wir schon von der Fahrt nach Köln kannten, durch die engen Straßen und Gassen. Wir sahen die berühmten Grachten, die malerischen Kaufmannshäuser und die bunten Hausboote. Ein Bummel über den Blumenmarkt und ein Besuch des Königspalastes (natürlich nur von außen)rundeten die dreistündige Amsterdam-Tour ab. Nach dem Mittagessen nahmen wir an einem zweiten fakultativen Landausflug teil. Wieder mit dem Bus ging es in das etwa 20 Kilometer entfernte Edam. In der alten Käse-Stadt besichtigten wir eine Käserei, in der wir die Herstellung des echten Edamers sahen, viel Käse kosten und auch welchen kaufen konnten. Dann erlebten wir Volendam, einen Ortsteil von Edam. Das einstige Fischerdörfchen ist die Touristenmeile von Edam. Hier wimmelt es von Japanern, Amerikanern, Deutschen und Schweizern. Geschäft drängt sich an Geschäft, Restaurant an Restaurant, Imbissbude an Imbissbude. Es gibt putzige Häuser, Kanäle und das Meer. Volendam ist Holland, wie es sich Touristen vorstellen. Zum Schluss ging die Busfahrt noch nach Zaanse Schans. Das ist ein Museumsdorf in der Nähe von Amsterdam mit vielen alten Windmühlen, einer Holzschuhfabrik und einer Schokoladenfabrik. Auf der Rückfahrt zur Arosa erfuhren wir zu unserer Verwunderung noch, dass der holländische Reiseleiter Eddi ein waschechter Bayer aus Straubing war, aber schon fünfundzwanzig Jahre in Amsterdam lebte. Wer wie wir am Abend immer noch nicht genug gesehen hatte, wurde zu einem kleinen Hafenspaziergang abgeholt und konnte eine nächtliche Bootstour durch die Grachten von Amsterdam erleben. Etwa eine Stunde lang ging es durch die Herengracht, die Prinsengracht und die Kaizergracht und ein paar kleinere Seitenarme. Eine Tonbandstimme erzählte Interessantes und Skurieles über Amsterdam bei Tag und bei Nacht.

Am nächsten Morgen regnete es leider heftig, nicht die besten Bedingungen für den geplanten Ausflug nach Keukenhof. Und leider sollte sich das Wetter auch den ganzen Tag nicht bessern. Keukenhof liegt in Südholland beim Städtchen Lisse und ist während der Tulpenblüte ein Touristenmagnet. Etwa 5 Millionen Zwiebeln von um die 100 Tulpensorten werden hier jedes Jahr angepflanzt. 30 Hektar groß ist die Parkanlage, es gibt rund 15 Kilometer gepflegte Spazierwege, 150 Skulpturen, 3000 Bäume,30 Blumenshows und mehrere Inspirationsgärten. All das versank bei unserer Ankunft aber im Dauerregen und leider konnten wir uns nur in einigen Pavillons aufhalten. Trotzdem war auch Keukenhof eine Reise-Attraktion und für das Wetter können die Reiseveranstalter ja wirklich nichts. Am Nachmittag fuhren wir nach Uitrecht, wo eine weitere Stadtrundfahrt stattfand. Um 16 Uhr mussten alle Passagiere an Bord sein, weil die Arosa pünktlich ablegen musste, um am nächsten Tag um 10 Uhr wieder in Köln zu sein. Nun hatten wir noch einmal richtig viel Zeit, das Schiff und seine perfekte Ausstattung zu genießen. Es gab noch einmal ein tolles Abendessen, einen gemütlichen Tanzabend, ein Gläschen an der Bar und auch noch einige interessante Schleusungen, über die uns der Bordfunk rechtzeitig informierte. Wir zogen am Duisburger Hafen vorbei und unter der längsten Hängebrücke Deutschlands zwischen Kleve und Emmerich hindurch. Weil der Rhein Niedrigwasser führte, dauerte die Rückreise flussauf, etwas länger als geplant. Das Auschecken in Köln ging genauso perfekt wie das Einchecken vor sich und am Abend waren wir alle wohlbehalten wieder zu Hause. Unsere Resumee: Unsere erste Flusskreuzfahrt war rundum schön, wird bestimmt wiederholt und ist wahrscheinlich der Einstieg in eine Kreuzfahrt auf dem Meer. Und mein Mann muss sich auch keine Sorgen über die steife Etikette an Bord machen, die gibt es nämlich gar nicht. Es geht eher gemütlich und relaxt zu und selbst wer keine Ausflüge mitmachen möchte, wird sich nicht eine Sekunde an Bord langweilen.

Vielen Dank für diesen Flusskreuzfahrt – Reisebericht an Anne-Marie Klotz

 

 

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