Reisebericht – Mit der AIDA Aura im schwarzen Meer

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Meine erste Kreuzfahrt

Das schwarze Meer war für mich lange Zeit lediglich ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Über die dort ansässigen Länder und deren Kulturen war mein Wissen eher spärlich aber ich war auch nicht sicher, ob eine Flugreise nach Bulgarien, Rumänien und Russland meine Reise- und Entdeckerlust stillen würde. Ein Bekannter brachte mich auf die Idee, eine Kreuzfahrt im schwarzen Meer zu unternehmen, um so gleich mehrere Kulturen und Städte kennenzulernen.

Die Bandbreite der Anbieter für Kreuzfahrten im Mittelmeer und angrenzendem schwarzen Meer ist groß und die Routen stets verschieden. So findet sich mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas. Auch die Reisedauer kann von 5 bis 14 Tagen variabel gestaltet werden.

Ich entschied mich nach längerer Diskussion und ausgiebiger Recherchearbeit mit einer Freundin zusammen für eine 14 tägige Kreuzfahrt im schwarzen Meer mit der AIDAaura. Start war ende Juni in Antalya, wo das Schiff um 23:00 Uhr Ortszeit ablegte. Die Preise für die Kreuzfahrten der Aida gelten ab Hafen, die Gebühren für Hin- wie Rückflug fallen zusätzlich an. Die Flüge haben wir uns selbst im Internet gebucht und auch die Fahrt vom Flughafen zum Schiff wurde von uns eigenständig bewältigt.
Alle Inklusivleistungen der gebuchten Kreuzfahrt gelten ab Abfahrtshafen, an welchem unsere Reise 14 Tage später auch wieder enden sollte.

Es kann zwischen Innen- und der teureren Außenkabine gewählt werden. Wir haben uns für außen entschieden, um ein Zimmer mit Fenster zu haben. Die AIDAaura erwartete und schon mit dem allseits bekannten Aida-gesicht auf dem Schiffsbug im Hafen von Antalya. Der Kreuzfahrtriese kann im Hafen fast nicht übersehen werden. An Bord wurden wir vom stets hilfsbereiten Personal empfangen und erhielten auch sofort unsere Kabine. Die Ausstattung übertraf meine Erwartungen um Meilen. Man könnte glatt vergessen an Bord eines Schiffes zu sein. Die Kabinen sind freundlich, hell und modern eigerichtet, es ist ausreichend Platz vorhanden und manche Kabinen verfügen sogar über einen kleinen privaten Außenbalkon. Eine kleine Sitzecke und TV sind ebenfalls vorhanden. Das Bad ist zweckmäßig und sauber. Uns reicht die Kabine mit Meerblick aus, da wir doch ohnehin die meiste Zeit an Bord unterwegs sind um die unzähligen Freizeitmöglichkeiten zu nutzen. Von Kino, über diverse Fitnessmöglichkeiten, Friseur und Wellnessangebote, es gibt alles was das Herz begehrt. Teils war uns die Zeit zwischen den einzelnen Häfen fast zu kurz, um das Vielseitige Angebot auch nutzen zu können. Wer sich lieber mit einem Buch entspannen möchte kommt auf dem weitläufigen Sonnendeck auf seine Kosten. Auch das Abendprogramm an Board lässt keine Wünsche offen. Die Shows sind definitiv sehenswert, das macht auch das durchwegs gemischte Publikum deutlich. Vom Rentner bis hin zu einem Mädelsausflug mitte 20 und Kindern ist hier alles vertreten.

Die Verpflegung an Board ist inklusive. Auch die Tischgetränke zum Abendessen sind im Preis mit inbegriffen. Die Speisen sind abwechslungsreich und sehr lecker. Wir haben uns jeden Abend wieder über das Buffet hergemacht, allein beim Gedanken an den Nachtisch läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen. Um nach 14 Tagen Kreuzfahrt nicht Angst vor der Waage haben zu müssen, haben wir uns allmorgentlich aufgerafft und am Joggingparcours unsere Runden gedreht. Auch die angebotenen Fitnesskurse an Bord haben wir getestet.

An Board herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Wir sind sehr schnell mit anderen Passagieren ins Gespräch gekommen und eine Freundschaft mit zwei Frauen aus Koblenz hält bis heute an. Wir planen sogar schon unsere nächste Kreuzfahrt, diesmal als Vierergruppe!

Doch nun zu unserer Route.

Von Antalya ging es nach einem Tag auf See nach Izmir. Hier legte die Aida gegen 8:00 Uhr an und wir hatten den gesamten Tag Zeit, um uns die Stadt anzuschauen.
Wir haben die Gelegenheit gleich mal genutzt um ordentlich zu shoppen.
Abends legte unser Schiff wieder ab und weiter ging es nach Istanbul. Hier hatten wir eineinhalb Tage Aufenthalt, was meiner Meinung nach ruhig auch länger ausfallen hätte können. Die Stadt ist fantastisch. Die Metropole pulsiert zwischen orientalischem Charme und westlichem Zeitgeist. Beim Besuch der Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise der Hagia Sophia ist jedoch etwas Vorsicht geboten, da hier Touristen doch sehr tief in die Taschen greifen müssen. Preise besser vorher abklären.
Ein Besuch am orientalischen Markt ist hingegen ein Muss!
Am Abend durchquerten wir mit der Aida die Bosporus-Passage. Ein doch sehr imposantes Erlebnis, das die meisten der Passagiere an Deck verfolgten. Unser nächstes Ziel war die Olympiastadt Sotchi, für die ein Tagesausflug geplant war. Viele Passagiere nutzten den Tag auch um sich am Strand des schwarzen Meeres in die Sonne zu legen und zu baden.
Tags darauf liefen wir im Hafen von Konstanza ein. Die Stadt gehört zu den größten Rumäniens und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits die alten Griechen und Römer wussten die gute Lage der Stadt zu schätzen. So verbrachte der römische Dichter Ovid seinen Lebensabend in der Stadt. Die byzantinische Basilika in Konstanza ist absolut sehenswert und auch bei einem Spaziergang durch die Altstadt wird die Geschichtsträchtigkeit der Metropole immer wieder deutlich.
Am Folgetag besuchten wir die heimliche Hauptstadt Bulgariens, Varna. Bei einem Tagesausflug besichtigten wir hier Thermen aus dem alten Rom, die uns einen Eindruck der damaligen Badekultur vermittelten. Durch die Lage am Meer ist natürlich auch ein Sprung ins kalte Nass möglich, ehe es abends wieder an Bord geht.
Der nächste Tag wird komplett an Bord verbracht ehe es in Griechenland weitergeht. Unser nächstes Ziel ist Thessaloniki. Die Stadt am Fuße des Olymps ist sehr abwechslungsreich. Ein Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt oder ein Besuch des Marktes auf dem Aristoteles-Platz, das alte Griechenland ist hier an jeder Ecke erlebbar. Einen Besuch in einer echten Taverne liesen wir uns natürlich nicht nehmen und entspannten uns daher nachmittags im Schatten von Olivenbäumen bei einem herrlichen Fischessen.

Nach einem weiteren Tag an Bord liefen wir schon unseren vorletzten Hafen an. Das Ziel war die Insel Rhodos. Wir entschlossen uns hier einen der zahlreichen Badestrände aufzusuchen um unsere Kreuzfahrt hier schon mal langsam ausklingen zu lassen.
Obwohl alle angefahrenen Städte eine Bademöglichkeit gehabt hätten, waren wir doch stets von den Kulturen so fasziniert, dass gar keine Zeit blieb um sich noch in die Welle zu schmeißen ehe die AIDAaura wieder ablegte. Nach 14 Tagen erreichten wir früh morgens wieder unseren Starthafen Antalya und verließen die Aida. Doch schon im Flugzeug zurück nach Düsseldorf war uns beiden klar, dies war nicht unsere letzte Kreuzfahrt. Die vielen verschiedenen Kulturen und Städte hatten uns nachhaltig beeindruckt und ich kann nur jedem wärmstens empfehlen einer Kreuzfahrt eine Chance zu geben. Ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen!