Wie wird man eigentlich Kapitän auf einem Kreuzfahrtschiff ?

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Magellan, Christoph Kolumbus, Vasco da Gama, James Cook – der Beruf des Kapitäns ist sagenumworben und hoch angesehen. Viele Menschen haben schon einmal davon geträumt, mit der Kapitänsmütze auf dem Kopf und den vier Streifen auf dem Ärmel am Steuerrad eines Schiffes zu stehen.

Doch wie wird man eigentlich Kapitän, und was beinhaltet der Weg auf das Deck?
Bevor man sich Kapitän nennen darf, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Ausbildung.

Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich die Seediensttauglichkeit, die ein Arzt der See-Berufsgenossenschaft prüft.

Ein weiteres Kriterium, um ein Schiff führen zu dürfen, ist sowohl das nautische Patent als auch das staatliche Befähigungszeugnis „Leiter der Maschinenanlage.“ Letzteres stellt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie aus.

Ohne Abitur gibt es die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker zu absolvieren. Danach kommt der Besuch einer Fachhochschule, wo das Befähigungszeugnis zum „Nautischen Wachoffizier“ erteilt wird.
Mit einem Realschulabschluss kann ohne Umwege eine Berufsfachschule besucht werden, um sich hier zum „schiffsbetriebstechnischen Assistenten“ (SBTA) ausbilden zu lassen. Zwölf Monate Fahrzeit auf einem Schiff müssen geleistet werden; anschließend wird an einer Fachschule der Abschluss zum „nautischen Wachoffizier“ erworben.
Besitzen die angehenden Kapitäne das Abitur, beginnen diese mit einer praktischen Ausbildung sowie einer 12-monatigen Seefahrtzeit. Diese schliesst mit dem Titel des „Nautischen Offizierassistenten“ (NOA) und dem akademischen Grad des Bachelors ab. Das Nautikstudium schliesst sowohl das nautische Patent als auch den Hochschulabschluss als “Diplom Wirtschaftsingenieur der Seeverkehrswirtschaft” ein.

Besitzen die zukünftigen Schiffsführer das Abitur oder die Fachhochschulreife, studieren acht Semester lang an einer Fachhochschule, die das Nautikstudium anbietet. Das Studium ist in Deutschland in Bremen, Elsfleth, Emden, Flensburg oder Wismar möglich.

Um einen Betrieb auf See zu organisieren, bedarf es neben betriebswirtschaftlichem Fachwissen natürlich auch Kenntnissen der Nautik.

Nautik ist dabei der Sammerbegriff für all die Gebiete, die das sichere Navigieren eines Schiffes auf hoher See voraussetzen. Einige der Fachgebiete sind: Seeverkehrsrecht, Ladungstechnik, Funkbetrieb, Manövrieren, Fachenglisch, Lotswesen, Ozeanographie, Maritime Technik, und viele mehr.
Ein Student der Nautik kann zwischen zwei Schwerpunkten wählen: Dienst an Deck oder Maschinenführung.
Zum Studium gehört die Absolvierung von zwei Praxissemestern. Der Grund hierfür ist die Ausstellung des Nautischen/Technischen Befähigungszeugnisses, welche vorraussetzt, dass der Kandidat mindestens zwölf Monate zur See fährt. Es ist auch möglich, die praktische Erfahrung vor dem Studium zu sammeln.
Im Verlauf der Ausbildung zum Nautischen/Technischen Offiziersassistenten (NOA/TOA) ist der zukünftige Seemann bei einer Reederei angestellt und zählt an Bord als Besatzungsmitglied. Nach den 12 Monaten (NOA) beziehungsweise 18 Monaten (TOA) Fahrtzeit kommt ein dreijähriges Studium an der Seefahrtschule.
Anwärter mit Haupt- oder Realschulabschluss können sich zum Schiffsmechaniker ausbilden lassen; anschließend steht ihnen die Weiterbildung zum Offizier offen.

Der Berufseinstieg beginnt in der Regel als dritter Offizier; die Ernennung zum Kapitän erfolgt frühestens nach drei Jahren Seefahrtzeit, nachdem bestimmte Zeiten als Zweiter oder Erster Offizier absolviert wurden. Im Kreuzfahrtgeschäft dauert es normalerweise um einiges länger, bis die Ernennung zum erfolgt. In der Frachtschifffahrt hingegen ist es schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne von drei bis vier Jahren Jahren möglich, vom 3. Offizier zum Kapitän befördert zu werden.
Die Bezahlung von Kapitänen ist im „Heuertarifvertrag für die deutsche Seeschifffahrt“ (HTV-See) festgelegt. Dieser wird regelmäßig zwischen den Gewerkschaften und dem „Verband Deutscher Reeder e.V.“ ausgehandelt und angeglichen.
Kapitäne geniessen den Status von Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen. Sie führen Schiffe, auf denen bis zu 5400 Passagiere Platz finden; hinzu kommen noch circa 2000 Besatzungsmitglieder. Ein Kapitän, der sein Handwerk beherrscht, ist ein Generalist. Er ist Meister der Nautik, kennt sich mit der Wetterkunde sowie der Personalführung aus, und handelt im Notfall souverän, entscheidungsstark und autoritär. Außerdem agiert er als Mediator, Verwalter, Ladungsfachmann und Tröster.

Der überdurchschnittlich gute Verdienst eines Kapitäns auf einem Kreuzfahrtschiff kommt also nicht als Überrasschung, da das Einkommen dem hohen Grad an Verantwortung angepasst ist.

 

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